{"id":4520,"date":"2020-06-17T17:10:18","date_gmt":"2020-06-17T15:10:18","guid":{"rendered":"https:\/\/polgargym.at\/?p=4520"},"modified":"2020-06-18T10:07:26","modified_gmt":"2020-06-18T08:07:26","slug":"kontakt-kurzgeschichtenwettbewerb-4d","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/polgargym.at\/wordpress\/kontakt-kurzgeschichtenwettbewerb-4d\/","title":{"rendered":"&#8222;Kontakt&#8220; Kurzgeschichtenwettbewerb 4D"},"content":{"rendered":"\n<div style=\"height:50px\" aria-hidden=\"true\" class=\"wp-block-spacer\"><\/div>\n\n\n\n<p>In den Monaten, als pers\u00f6nlicher Kontakt weitgehend eingeschr\u00e4nkt war, lie\u00dfen wir uns vom Begriff &#8222;Kontakt&#8220;, dem diesj\u00e4hrigen Thema des FM4-Schreibwettbewerbs &#8222;Wortlaut&#8220;, inspirieren und verfassten unsere eigenen Kurzgeschichten. Online f\u00fchrten wir ein klasseninternes Wettlesen durch und ermittelten die Siegerin.<\/p>\n\n\n\n<p>Olivia Tucnys Geschichte &#8222;2027&#8220; ist eine &#8222;Corona&#8220;-Geschichte zum F\u00fcrchten, in der sie unsere Sehnsucht nach Kontakt in dieser schwierigen Zeit begreiflich macht. Im Folgenden ihr Text.<\/p>\n\n\n\n<p>Platz 2: Valeria Vdovichenko, Platz 3: Sarah Drews, Platz 4: Mathea Ignatowicz<\/p>\n\n\n\n<p>4D, Dr. Karin Zettl<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\"><strong>Olivia, Tucny, 2027<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>,,Frohes Neues\u201c, w\u00fcnschte mir meine Mutter. Wir waren jetzt bereits im siebten Quarant\u00e4ne Jahr und nichts hatte sich verbessert. Die Menschen wurden immer kr\u00e4nker und mussten sich in ihren Kellern einsperren. Niemand wusste, wie es drau\u00dfen aussah, jeden Tag h\u00f6rten wir Radio und hofften auf gute Neuigkeiten, ob vielleicht doch ein Impfstoff gegen das Virus gefunden worden war, oder man endlich wieder \u201eraus\u201c durfte, aber immer wieder nur Berichte \u00fcber neue Todesf\u00e4lle in der Umgebung. Man hatte gar keinen \u00dcberblick mehr, wie es allen FreundInnen, Verwandten und KollegInnen ging.<\/p>\n\n\n\n<p>,,Danke, w\u00fcnsch ich dir auch Mama!\u201c , &nbsp;erwiderte ich. Ich versuchte mir meine Angst nicht ansehen zu lassen, da ich nicht wollte, dass sich meine Mutter unn\u00f6tig Sorgen um mich machte. Trotzdem sp\u00fcrte ich, wie mich Furcht und Unruhe innerlich auffra\u00dfen, wie sehr mich die Isolation psychisch und physisch belastete und mich das Zusammenleben allein mit meiner Mutter hinunterzog. Alles spielte sich zu Hause ab. Das Leben, das Studium, die Arbeit meiner Mutter. St\u00e4ndig nur wir zwei auf engstem Raum. &nbsp;Ich konnte den hoffnungslosen Gedanken, die sich mittlerweile immer fester in mir festkrallten, nur entkommen, wenn ich online ging und virtuell mit meinen FreundInnen Kontakt hatte. Hier konnten wir uns austauschen, miteinander chatten und telefonieren. Es machte mich verr\u00fcckt, sie nicht real sehen zu k\u00f6nnen, da mir die menschliche N\u00e4he, Umarmungen und gemeinsames Lachen schmerzlich fehlten. Mir war bewusst, dass wir noch l\u00e4nger in Quarant\u00e4ne bleiben mussten, weshalb ich auf eine ziemlich bl\u00f6de Idee kam.<\/p>\n\n\n\n<p>Ein paar Tage zuvor hatte ich im Radio geh\u00f6rt, dass eine junge Frau beim Versuch nach drau\u00dfen zu gehen erwischt und umgehend von der Kontroll-Polizei abgef\u00fchrt worden war. Ich wusste, es klang verr\u00fcckt, aber ich fand ihre Idee einfach fantastisch und sehr inspirierend und musste Tag und Nacht daran denken, meine Freunde in echt treffen zu k\u00f6nnen. Wochenlang besch\u00e4ftigte ich mich mit kaum etwas anderem und entschloss mich dann dazu, meine beste Freundin in meinen riskanten Plan einzuweihen. Sie gestand mir im Gegenzug, dass auch sie sich schon seit langer Zeit kaum etwas mehr w\u00fcnschte, als mich wieder zu treffen. Wir wohnten nicht weit voneinander entfernt und wir begannen zu planen. Meine Mutter durfte nichts davon erfahren, denn sie h\u00e4tte mich auf alle F\u00e4lle von meinem Vorhaben abgehalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Als meine Mutter eingeschlafen war, schlich ich mich vorsichtig aus dem Haus und machte mich, in eine dicke Jacke eingeh\u00fcllt mit Haube und Schal, auf den Weg durch die eiskalte Nacht. Kein Mensch war zu sehen, endlich wieder Luft zum Atmen, das Licht kam nur vom Mond und den Sternen. Wie sch\u00f6n es doch in Freiheit war! Doch davon durfte ich mich in der Situation nicht ablenken lassen. Ich musste vorsichtig sein. In wenigen Minuten w\u00fcrde ich am Treffpunkt sein. Mein Herz schlug wie verr\u00fcckt. Als ich um die Ecke bog, stand ich pl\u00f6tzlich vor einem un\u00fcberwindbaren Zaun, der fr\u00fcher nicht dort gewesen war. Auf der anderen Seite des Zaunes konnte ich meine Freundin mit verbl\u00fcfftem Gesichtsausdruck dastehen sehen. Es war unheimlich. Unheimlich sch\u00f6n, sie zu sehen. Unheimlich schrecklich, sie nicht umarmen zu k\u00f6nnen. Tr\u00e4nen standen in unseren Augen, als wir uns n\u00e4herkamen. Ich streckte meine Finger durch den Zaun. Langsam ber\u00fchrten sich unsere Fingerspitzen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-1 is-cropped wp-block-gallery-1 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"576\" src=\"https:\/\/polgargym.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Screenshot-9-1024x576.png\" alt=\"\" data-id=\"4527\" data-link=\"https:\/\/polgargym.at\/?attachment_id=4527\" class=\"wp-image-4527\" srcset=\"https:\/\/polgargym.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Screenshot-9-1024x576.png 1024w, https:\/\/polgargym.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Screenshot-9-300x169.png 300w, https:\/\/polgargym.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Screenshot-9-768x432.png 768w, https:\/\/polgargym.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Screenshot-9-1536x864.png 1536w, https:\/\/polgargym.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/Screenshot-9.png 1600w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-gallery columns-1 is-cropped wp-block-gallery-2 is-layout-flex wp-block-gallery-is-layout-flex\"><ul class=\"blocks-gallery-grid\"><li class=\"blocks-gallery-item\"><figure><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"800\" height=\"800\" src=\"https:\/\/polgargym.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/wortlaut20flyer1.5929887.gif\" alt=\"\" data-id=\"4531\" data-full-url=\"https:\/\/polgargym.at\/wordpress\/wp-content\/uploads\/2020\/06\/wortlaut20flyer1.5929887.gif\" data-link=\"https:\/\/polgargym.at\/kontakt-kurzgeschichtenwettbewerb-4d\/wortlaut20flyer1-5929887\/\" class=\"wp-image-4531\"\/><\/figure><\/li><\/ul><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In den Monaten, als pers\u00f6nlicher Kontakt weitgehend eingeschr\u00e4nkt war, lie\u00dfen wir uns vom Begriff &#8222;Kontakt&#8220;, dem diesj\u00e4hrigen Thema des FM4-Schreibwettbewerbs &#8222;Wortlaut&#8220;, inspirieren und verfassten unsere eigenen Kurzgeschichten. 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