Das österreichische Parlament – Projekt der 7Cbg / „Wahlpflichtfach Tagespolitik“
Am 5. Juni 2026 besuchte ein Teil der 7Cbg (2025/26) im Rahmen des “Wahlpflichtfachs Tagespolitik” mit Mag.a Astrid Schabl das österreichische Parlament am Ring in der Wiener Innenstadt. Wir, Lisa Koller, Zamzama Ahmadi und Maja Stojanovic, hatten im Vorfeld die Exkursion im Rahmen der „Projektgestaltung fürs 2. Semester“ organisiert. Nach genauer Planung und anschließender Buchung, nach erfolgreicher Kommunikation mit dem Parlamentsteam vor Ort starteten wir in die Projektzielgerade. Nachdem wir uns durch 29 Paragraphen der Hausordnung gearbeitet hatten, konnten wir unseren Projektteilnehmer*innen detaillierte Infos zur bevorstehenden Exkursion bereitstellen. Für den Eintritt selbst benötigt man prinzipiell einen gültigen Lichtbildausweis (Pass z.B.) und muss eine Sicherheitskontrolle durchlaufen. Das Auflisten aller Teilnehmer*innen ist Standard.
Nach unserer Ankunft vorm „Hohen Haus“ (vom Dänen Theophil von Hansen im griechischen Stil zwischen 1874 – 1883 erbaut) und nach kurzer Zwiesprache mit „Pallas Athene“ (Göttin der Weisheit u.a.), der eindrucksvollen 5,5 Meter hohen Schutzgöttin vor dem berühmten Bauwerk, betraten wir gespannt das Parlamentsgebäude durch den Besuchereingang. Seit der Renovierung (2018 – 2022) befindet sich dieser nun direkt hinter dem Brunnen, hinter Pallas Athene (von Carl Kundmann 1902 errichtet) und den einzelnen Statuen, die die „ausübenden Gewalten“ darstellen. Die Gewaltentrennung wird damit hervorgehoben – zwischen dem Parlament, das die Gesetze beschließt (Legislative) und den Vollziehenden/Kontrollierenden der Gesetze (Exekutive und Judikative).
Beim Eintritt mussten wir eine Kontrolle durchlaufen, die der am Flughafen ähnelt. Dabei wurden unsere Ausweise genau kontrolliert und unsere Taschen gescannt. Die Personenliste musste präsentiert werden.
Im sogenannten „Demokratikum“, dem nun (für alle Besucher*innen) frei zugänglichen Bereich des Parlaments, erwartete uns schon unser auskunftsfreudiger Parlaments-guide, der Kopfhörer für die Führung und Erstinformationen aus- und bekanntgab. Hier können alle Besucher*innen des weitläufigen „Haus des Volkes“ durch interaktive Bildschirme und Ausstellungsgegenstände erste gewichtige Eindrücke zur Parlamentsgeschichte und dem Geschehen drumherum gewinnen. Der Infodesk „Agora“ (der „Marktplatz“ in der Antike) dient nicht nur als „Versammlungsort des Volkes“, sondern auch zur Orientierung im Haus. Auskünfte über Parlamentarismus, Demokratie und Führungen können hier eingeholt werden. Alles in allem eine beeindruckende Location, in deren Kulissen sich Staatsbürger*innen aus aller Welt eifrigst tummeln.
Das HERZ des Hohen Hauses konnte nun mit unsrem Guide durch die eindrückliche „Säulenhalle“ betreten werden. Hier trifft man sich immer wieder für größere Veranstaltungen. Politikinteressierten ist sie auch aus den Medien bekannt. Die Sendungsmacher von „Hohes Haus“, die jeden Sonntag um 12:00 auf ORF2 (öffentlich-rechtlicher Fernsehsender) übertragen, nutzen besagte Säulenhalle auch für Interviews mit Abgeordneten/Mandatar*innen unterschiedlicher Couleur. Aus sämtlichen Innenräumen des Parlaments werden Neuigkeiten über die politische Arbeit im österreichischen Nationalrat und Bundesrat gesendet. Weiters besuchten wir einen Empfangssaal, in dem sich neben zahlreichen Statuen griechischer Gottheiten auch eine moderne Kunstinstallation (von Heimo Zobernig) befindet, die die Öffnung des Parlaments für den öffentlichen Raum und die Bevölkerung symbolisieren soll. Einblick wurde uns auch in den historischen Sitzungsaal gewährt, der früher der Versammlungsort des ,,Abgeordnetenhauses“ war. Heute wird er von der Bundesversammlung genutzt, außerdem finden Feste und Gedenkfeiern des Nationalrats darin statt. Der jetzige – erfolgreiche und „bestens geeichte“- Bundespräsident Alexander van der Bellen wurde darin zweimal feierlich angelobt.
Der Bundesratssitzungssaal wurde uns ebenso detailliert vorgestellt wie unser aller Highlight des Tages: der Nationalratssaal mit seiner imposanten Glaskuppel! Hier durften wir zuerst auf den kreisförmig angeordneten Sitzen der 183 Abgeordneten Platz nehmen und (!) im Anschluss daran prüfende Blicke von der Regierungsbank aus in dieses Plenum werfen! Als Bundes/Vizekanzler*in, Minister*in, Staatssekretär*in in spe, quasi😊! Der NR-Saal war im Zweiten Weltkrieg damals zerstört und später wiederaufgebaut worden. Unter dem spektakulären Glasdach (auch tönbar!) prangt über der Nationalrats-präsident*innenbank ein riesiger Adler mit Hammer, Sichel und Krone. Gesprengte Ketten weisen auf B e f r e i u n g hin! Abschließend genossen wir noch den Blick von ganz oben aus der „Demokratiewerkstatt“ hinab auf diesen Saal. So nah am Himmel ist man im ganzen Haus nicht. Schön, dass man der Jugend, die in diesen Räumlichkeiten wichtige politische Workshops besuchen kann, den Blick nach unten und oben öffnet – es scheint fast so, als wolle man hier – „am Juché“- das Hirn aller auslüften, Neues einfangen und den Geist unserer wunderbaren Demokratie mit gehörig frischem Wind umspielen!






Maja Stojanovic, Zamzama Ahmadi und Lisa Koller/7Cbg/ TAGESPOLITIK